Männer steuern das Erdgasnetz in Osnabrück

Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf die Gasversorgung

Fragen und Antworten 

1) Fragen und Antworten - Allgemein

Die SWO Netz ist eine 100-prozentige Tochter der Stadtwerke Osnabrück AG und fungiert in Osnabrück als Netzbetreiber. Sie wurde im Jahr 2013 vor dem Hintergrund der Entflechtungsvorgaben im Energiewirtschaftsgesetz ausgegründet. Tätigkeiten des Netzbetriebs müssen demnach von den Tätigkeiten der Energieversorgung (Erzeugung und Vertrieb) getrennt sein. Ziel ist es, die Unabhängigkeit des Netzbetreibers von anderen Tätigkeitsbereichen der Energieversorgung sicherzustellen. Die Stadtwerke Osnabrück AG ist hingegen in der Erzeugung und im Vertrieb tätig und somit rechtlich im Sinne des „Unbundlings“ von der Netzgesellschaft getrennt. 

Fernleitungsnetzbetreiber betreiben übergeordnete Netze, beispielsweise auch Importleitungen nach Deutschland. Verteilnetzbetreiber hingegen nehmen die letzte Stufe der Verteilung von Gas ein – zu ihnen zählt auch die SWO Netz GmbH. 

Die SWO Netz GmbH ist für den Betrieb des Gas- und Stromnetzes in Osnabrück verantwortlich. Sie tritt jedoch nicht als „Lieferant“ für Energie auf. Vielmehr zahlen die Energieversorger Netzentgelte an den Netzbetreiber – also sozusagen eine Gebühr, damit der Energieversorger das Netz nutzen darf.

2) Fragen und Antworten zur Versorgungssicherheit

Tatsache ist: Die deutschen Gasspeicher haben inzwischen einen saisonüblichen Füllstand. Daher ist zu erwarten, dass die Gasversorgung bis zur kommenden Heizperiode gesichert ist.

Mehr als 50 Prozent des in Deutschland verbrauchten Erdgases stammt bisher aus Russland. Damit bei einer Reduzierung der Liefermengen oder gar einem (Teil-)Ausfall zum kommenden Winter kein Versorgungsengpass entsteht, hat die Bundesregierung gemeinsam mit den EU-Ländern mehrere kurzfristige Sicherheitsmechanismen aktiviert, wie den garantierten Mindestfüllstand für die nationalen Gasspeicher und die Steigerung der LNG-Flüssiggasimporte aus Förderländern wie den USA, Australien und Katar. Optional kann zudem die Erdgasnutzung zur Stromerzeugung gedrosselt und stattdessen die Stromerzeugung durch andere Energieträger gesteigert werden.

Nicht nur Erdgas, sondern auch knapp die Hälfte der Steinkohleimporte kommt aus Russland. In einzelnen Kraftwerken in Deutschland werden aktuell bis zu 75% russische Steinkohle verstromt. Selbst bei einer Reduzierung oder gar einem (Teil-)Ausfall der Lieferungen aus Russland haben die Kraftwerksbetreiber noch für einige Monate ausreichend Steinkohle vorrätig. Theoretisch können ausfallende Mengen auch durch Lieferungen aus Ländern wie Kolumbien, Südafrika, Australien oder den USA ersetzt werden.  

Direkte Auswirkungen auf die Stromversorgung können ausgeschlossen werden. Zwar ist das Herunterfahren von Gaskraftwerken ein denkbares Szenario. Die bereitgestellte Stromleistung wird dann aber von anderen Reservekraftwerken wie z.B. Kohlekraftwerken übernommen. Auswirkungen auf den Strompreis sind jedoch unumgänglich, wenn sich die Krise hier auch nicht ganz so stark niederschlägt wie beim Öl- und Gaspreis.  

Sowohl die Bundesregierung als auch die Energiewirtschaft gehen davon aus, dass durch die bereits eingeleiteten Maßnahmen Versorgungsengpässe vermieden werden können. Dennoch greifen im Falle etwaiger Versorgungsengpässe gesetzlich geregelte Notfallpläne. So wird im Rahmen vertraglich geregelter Abschaltvereinbarungen zunächst die Erdgasbelieferung von Industriekunden gedrosselt bzw. deren Energiebedarf auf andere Energieträger umgestellt. Haushaltkunden und Einrichtungen wie beispielsweise Krankenhäuser sind dadurch besonders geschützt und werden weiter beliefert. 

Nein. Wir als Ihr Netzbetreiber sehen zur jetzigen Zeit keine Notwendigkeiten zum Wechsel von dem H-Gas zu L-Gas. Kunden, die L-Gas beziehen sind auch von möglichen Abschaltungen betroffen, sowie Kunden die mit H -Gas versorgt werden.

3) Fragen und Antworten zum Notfallplan Gas

Am 30. März 2022 hat die Bundesregierung vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs und der Energiekrise die erste Stufe des Notfallplans Gas ausgerufen. Dieser Notfallplan basiert auf einer EU-Verordnung und soll die Versorgungssicherheit mit Gas gewährleisten bzw. Maßnahmen definieren, was im Ernstfall von den Netzbetreibern zu tun ist.

Die SWO Netz ist Gasnetzbetreiber für Osnabrück und daher natürlich auch in diesen Notfallplan Gas eingebunden. Schon jetzt bereiten sich die Kolleg:innen aus der Netz auf verschiedene Szenarien vor, die auch im Notfallplan abgebildet sind. Allerdings ist aktuell auch ganz klar: Die Versorgungslage mit Gas ist momentan gewährleistet. 

Konkret gibt es drei Eskalationsstufen, je nachdem wie deutlich der Eingriff des Staates ist. In der jetzt ausgerufenen Frühwarnstufe tritt erstmals ein Krisenteam beim Bundeswirtschaftsministerium zusammen, das aus Behörden und Energieversorgern besteht. Versorger und Betreiber werden zudem verpflichtet, regelmäßig Lageeinschätzungen vorzulegen. Netzbetreiber stellen weiterhin durch marktbasierte Maßnahmen die Versorgung sicher. Die Frühwarnstufe hat zunächst aber keine unmittelbaren Auswirkungen auf das Tun der SWO Netz. Zweite Stufe im Notfallplan ist die Alarmstufe. Auch hier sind die Marktakteure noch in Eigenregie aufgerufen, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Dies kann durch geeignete marktbasierte Maßnahmen geschehen, wie zum Beispiel eine flexible Beschaffung, Rückgriff auf Gasspeicher oder die Anforderung externer Regelenergie. Wenn alle diese Maßnahmen nicht ausreichen, kann die Bundesregierung per Verordnung die Notfallstufe ausrufen. Dies geschieht, wenn eine außergewöhnlich hohe Nachfrage besteht, eine gravierende Störung der Versorgung auftritt oder sich die Versorgungslage erheblich verschlechtert. Erst jetzt greift der Staat aktiv ein: Die Bundesnetzagentur wird zum „Lastverteiler“ und bestimmt ab diesem Zeitpunkt in Abstimmung mit den Netzbetreibern die Verteilung von Gas. Dabei sind bestimmte Verbrauchergruppen gesetzlich besonders geschützt – sie werden möglichst bis zuletzt mit Gas versorgt. Zu den geschützten Verbrauchern gehören Privathaushalte oder Krankenhäuser. Aktuell befinden wir uns in Stufe 1. Dies dient vor allem der engmaschigen Beobachtung und Bewertung der Versorgungslage. Dadurch wird das Krisenteam der Bundesregierung sehr viel engmaschiger über die Situation in den einzelnen Regionen informiert, zudem wird der Austausch untereinander schon jetzt institutionalisiert. Mehr dazu auch im Erklärtext Notfallplan Gas.

Die Frühwarnstufe hat zunächst keine Auswirkungen auf die Endverbraucher. Aktuell gibt es keine Versorgungsengpässe. Nicht auszuschließen ist allerdings, dass es zu weiteren Preissteigerungen kommt. Mehr dazu auch im Erklärtext Notfallplan Gas.


In der ersten Stufe ändert sich auch für Unternehmen nichts. Mehr dazu auch im Erklärtext Notfallplan Gas.

Seit dem 01. April dürfen lt. Wladimir Putin sogenannte „unfreundliche Staaten“ wie auch Deutschland ihre Gaslieferungen nur noch in Rubel bezahlen. Die Abwicklung soll über spezielle Fremdwährungskonten bei der Gazprombank laufen, auf die weiterhin Dollar und Euro eingezahlt werden können. Diese Zahlungen werden dann über die Gazprombank praktisch „umgerechnet“ und landen dann in Rubel auf den Konten der russischen Lieferanten. Die genauen Modalitäten sind aber weiterhin unklar.

Im Falle etwaiger Gas-Versorgungsengpässe greifen gesetzlich geregelte Notfallpläne („Notfallplan Gas für die Bundesrepublik Deutschland“ ). So wird im Rahmen vertraglich geregelter Abschaltvereinbarungen zunächst die Erdgasbelieferung von Industriekunden (ungeschützte Kunden) gedrosselt oder komplett eingeschränkt bzw. deren Energiebedarf auf andere Energieträger durch die Kunden selber, umgestellt. Haushaltkunden und Einrichtungen wie beispielsweise Krankenhäuser (geschützte Kunden) sind dadurch besonders geschützt und werden bei den ersten Maßnahmen weiter beliefert. Die Entscheidungskompetenz, wie welche Kunden beliefert werden, liegt in einer solchen Situation, der sogenannten „Notfallstufe“ bei der Bundesnetzagentur. Die Maßnahmen bei der Gasreduzierung oder Gasabschaltung müssen nach den Vorgaben § 16 EnWG durch die Gasnetzbetreiber auf Anweisung des vorgelagerten Gasnetzbetreiber, durchgeführt werden. Mehr dazu auch im Erklärtext Notfallplan Gas

Weitere Informationen

Erste Stufe ist Ende März in Kraft getreten

Was besagt der Notfallplan Gas?

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