Düsen im Wasserwerk

Neubau Transportleitung Thiene

Vom Wasserwerk bis in die Stadt

Über die Zubringerleitung (ZBL) Thiene wird Wasser aus dem größten Wasserwerk, dem Wasserwerk Thiene, zum Hochbehälter Piesberg befördert. Sie hat eine hohe Bedeutung für die Versorgungssicherheit Osnabrücks. Die aus dem Jahr 1955 stammende Leitung weist allerdings hohe Rohrreibungsverluste auf und wird zum Teil mit hohem Betriebsdruck betrieben. Seit Anfang des Jahres 2014 sind auf der ZBL Thiene mehrere Rohrschäden aufgetreten, die zum Teil mit mehrtägigen Außerbetriebnahmen der Leitung einhergingen.

Aus diesem Grund ist ein Neubau der ZBL Thiene geplant, um die Versorgungssicherheit in Osnabrück zu weiterhin zu gewährleisten. Mehr zum Neubau der Zubringerleitung Thiene erfahren Sie in unseren FAQs am Ende dieser Seite. Bitte haben Sie Verständnis, dass zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht alle Fragen final beantwortet werden können. Mit fortschreitender Projektdauer wird auch ein höherer Detailierungsgrad erreicht. Sprechen Sie uns gerne an!

Die alte Transportleitung Thiene soll durch einen Neubau ersetzt werden - hier schematisch dargestellt.
Die alte Transportleitung Thiene soll durch einen Neubau ersetzt werden - hier schematisch dargestellt.

Aus dem Korridor wird eine Trasse

In Zusammenarbeit mit einem externen Fachbüro wurden mehrere mögliche Trassenkorridore für den Neubau der Transportleitung ermittelt. Anhand verschiedener Kriterien kristallisierte sich schließlich eine Variante heraus, in der mit vergleichsweise wenigen Raumwiderständen gerechnet wird. Dazu zählen beispielsweise Naturschutzgebiete, Siedlungsflächen und Verkehrswege. Grob gesagt, soll die neue Transportleitung - anders als die alte Leitung - das Siedlungsgebiet von Bramsche und Wallenhorst östlich umqueren.

Der von den Fachleuten der SWO Netz favorisierte Korridor wird Gegenstand eines umfangreichen Planungsverfahrens sein, an dem unterschiedliche Stakeholder beteiligt werden. Nach und nach wird sich in diesem Verfahren aus dem etwa 50 Meter breiten Korridor eine exakte Trasse herausbilden, auf der dann die neue Transportleitung liegt.

Aktueller Lageplan der Vorzugstrasse (Stand: Juni 2025)

Aktuelle Entwurfsplanung der Transportleitung Thiene

Hier ist auf einer Übersichtskarte die aktuell geplante, vollständige Trasse der Transportleitung Thiene abgebildet (Stand Juni 2025).

Fragen und Antworten rund um den Neubau der Transportleitung Thiene

Warum muss die Transportleitung vom Wasserwerk Thiene nach Osnabrück neu gebaut werden?

Die Leitung stammt aus den 1950er Jahren und hat ihre Lebensdauer überschritten. In den vergangenen Jahren ist es immer wieder zu Havarien gekommen, die einen mehrtägigen Ausfall der Leitung zur Folge haben. Die Leitung ist sehr wichtig für die Trinkwasserversorgung in Osnabrück und daher muss sie neu gebaut werden.

Wo läuft die neue Leitung lang?

Die SWO Netz hat mit einem Fachbüro einen möglichen neuen Trassenkorridor erarbeitet. Die alte Trasse wiederzuverwenden, war dabei keine Option, da die Leitung heute auch durch Siedlungsgebiete führt. Dies ist jedoch aus vielerlei Hinsicht negativ zu betrachten – vor allem bei Lecks. Der neue Trassenkorridor führt nun außerhalb von Siedlungsgebieten östlich von Bramsche und Wallenhorst in Richtung Osnabrück.

Wie wurde der Korridor ermittelt?

Die SWO Netz hat ein spezialisiertes Fachbüro mit der Untersuchung möglicher Trassenkorridore beauftragt. Dabei wurden mehrere Varianten erarbeitet. Mittels eines Bewertungssystems wurden anschließend sogenannte Raumwiderstände auf den einzelnen Korridoren ermittelt und eingeordnet. Daraus hat sich schließlich eine Vorzugstrasse ergeben, die von der SWO Netz nun weiterverfolgt wird. Auf dieser Trasse sind die Raumwiderstände wie Naturschutzgebiete und Siedlungsräume am geringsten. Eine metergenaue Abgrenzung der Trasse gibt es aktuell noch nicht. Der Korridor lässt zum jetzigen Zeitpunkt noch Spielraum. Ein höherer Detailierungsgrad wird im folgenden Planverfahren erreicht.

Warum wird die alte Trasse nicht genutzt?

Die alte Transportleitung wird so lange benötigt, bis die neue Transportleitung in Betrieb geht. Daher ist ein Rückbau im laufenden Betrieb ausgeschlossen. Zudem haben sich vielerorts die Gegebenheiten seit dem Bau der alten Leitung in den 1950er Jahren verändert: Zum Teil verläuft die Transportleitung im Siedlungsgebiet. Dies soll in der neuen Trasse weitestgehend vermieden werden.

Was sind die nächsten Planungsschritte?

Genehmigungsbehörde ist der Landkreis Osnabrück. Dort wird zeitnah ein Verfahren in Gang gesetzt, an dem u.a. Kommunen und Verbände beteiligt werden. Aus diesem Verfahren wird schließlich eine genaue Trasse für die Leitung hervorgehen. Die UVP im Rahmen des Planfeststellungsverfahren ist der nächste große Schritt.

Wird die neue Leitung größer dimensioniert?

Die Dimensionierung ist größer, weil dadurch eine signifikante Energieeinsparung für den Transport des Wassers von Thiene nach Osnabrück erzielt werden kann. Zudem ist es möglich, bei einer Havarie der Leitung vom Wasserwerk Wittefeld nach Osnabrück Wasser von dort über einen Bypass und die neue Transportleitung nach Osnabrück zu transportieren.

Was passiert mit der alten Transportleitung?

Die bisherige Transportleitung wird bis zur voraussichtlichen Inbetriebnahme in 2030 der neuen Leitung weiterhin benötigt. Was danach mit der Leitung geschieht, ist noch nicht geklärt.

Mit welchen Entschädigungen können wir als Eigentümer und Eigentümerinnen rechnen?

Das Ziel der SWO ist es eine Rahmenvereinbarung mit dem Landvolk zu treffen, auf dessen Basis den Eigentümern ein Vertragsangebot gemacht wird.

Der Verlauf der Leitung ist doch schon gesetzt. Welchen Einfluss haben wir denn überhaupt?

Unser Vorzugskorridor ist tatsächlich gesetzt, jedoch ist dieser ca. 30m breit, daher sind kleinräumige Anpassungen der exakten Trassenlage möglich und notwendig. Bereits während der durchgeführten Informationsveranstaltungen wurden rund 50 Anmerkungen und Hinweise aufgenommen und geprüft. In 17 Fällen konnte der Trassenverlauf angepasst werden. In zwei weiteren Teilbereichen stehen weitere Abstimmungen mit den Betroffenen an.

Welches Risiko entsteht durch die Rohrleitung? Und wie lange bleibt die Leitung bestehen?

Durch den Normalbetrieb entstehen keine Risiken außer der Havarie, die in der Folge zu Unterspülungen und notwendigen Instandsetzungsmaßnahmen führen kann. Die Nutzungsdauer einer Trinkwassertransportleitung beläuft sich in der Regel auf 80 Jahre.

Wer haftet bei Beschädigung?

Das Thema der Haftungsfragen werden wir in der Rahmenvereinbarung diskutieren und in den Vertragsgesprächen erläutern.

Wie wird aus dem Korridor eine genaue Trasse?

Im Rahmen der laufen Vorplanung konkretisieren wir die Trassenlage auf Grund von Rückmeldung der TÖBs, der Behörden etc. aus dem offiziellen Verfahren (UVP, Planfeststellung) und der Rückmeldung der Eigentümer (Kommunikation, Infoveranstaltungen).

Wie stellt die SWO Netz den Schutz von Bäumen, insbesondere des Wurzelbereichs sicher?

Im Rahmen der Trassenfindung werden Bäume und Gehölze möglichst gemieden. Falls dies nicht umsetzbar ist, prüft die SWO Netz die Verlegung der Leitung mit einem grabenlosen Verfahren, welches die Wurzelzone ebenfalls möglichst umgeht.

Warum wird die Trasse zwischen Bramsche und Wallenhorst nicht vollständig parallel zur Autobahn geführt?

Im Zuge der Trassenplanung wurde eine Parallelverlegung entlang der Bundesautobahn A1 zur Bündelung von geplanten und vorhandenen Trassen überprüft. Aufgrund des geplanten Lückenschlusses der A1 und A33 wird zukünftig nordöstlich von Wallenhorst im Bereich der Wallenhorster Straße (L78) ein neues Autobahndreieck (AD A1 / A33) entstehen. Daher ist ein paralleler Verlauf zur Autobahn in diesem Bereich nicht möglich.

Wo besteht der Unterschied zwischen Schutz- und Arbeitsstreifen?

Auf dem Schutzstreifen ist eine Bebauung oder Bepflanzung mit Tiefwurzlern untersagt. Hier muss ein Zugang zur Leitung jederzeit möglich sein. Die Leitung verläuft mittig im Schutzstreifen, dieser beträgt zu beiden Seiten 5 Meter, in Summe daher 10 Meter.

Der Arbeitsstreifen definiert den Bereich, der während der Verlegung der Leitung benötigt wird. Er dient für die Lagerung von Bodenaushub und Materialien sowie als Stellfläche für benötigte Maschinen. Er beträgt 30 Meter.

In welcher Tiefe wird die Leitung verlegt?

Die Mindestdeckung der Leitung beträgt 1,20 Meter. Jedoch ist aus technischen Gründen häufiger eine größere Deckung vorhanden. Für Bohrungen sind je nach Bohrverfahren Start- und Zielbaugruben notwendig, deren Größe und Tiefe von den jeweiligen Gegebenheiten vor Ort abhängig sind.

Welchen Einfluss habe ich als Eigentümer?

Die SWO Netz ist bestrebt eine Einigung über die Rahmenvereinbarungen schließen zu können. Außerdem begrüßen wir konstruktive Änderungsvorschläge zum Leitungsverlauf. Melden Sie sich dazu gerne unter der E-Mail-Adresse trinkwasserleitung@swo-netz.de.

Ist ein privater Versorgungsanschluss an die neue Transportleitung möglich?

Nein, die Transportleitung ist keine Versorgungsleitung, sondern dient der Zuführung von Wasser an kommunale Versorgungssystemen. Bei eventuell notwendigen Arbeiten an der Transportleitung muss diese ggf. kurzfristig außer Betrieb genommen werden. In diesen Zeiten wäre die Versorgung unterbrochen und eine alternative Versorgung nicht möglich.

Der Trassenverlauf quert mein Grundstück, wie erhalte ich detaillierte Pläne der Trasse im betroffenen Abschnitt?

Die Pläne können über die E-Mail-Adresse trinkwasserleitung@swo-netz.de angefragt werden.

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