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smart grid-Pilotprojekt in entscheidender Phase

Maximaltest fordert Stromnetz im Osnabrücker Stadtteil Wüste heraus

Mit dem Stromnetztest ist beim „smart grid“-Pilotprojekt im Stadtteil Wüste die entscheidende Phase angelaufen:  Am vergangenen Mittwoch hat die SWO Netz GmbH, die für den Netzbetrieb zuständige Stadtwerke-Tochtergesellschaft, in der Alfred-Delp-Straße verschiedene Einwirkungen auf das Netz getestet – dabei kamen Elektroautos mit verschiedenen Ladeleistungen und auch der Stadtwerke-Elektrobus zum Einsatz. Die Ergebnisse dieses Test und des gesamten Projekts werden voraussichtlich im Herbst den Anwohner vorgestellt und damit das seit 2013 laufende Projekt im „smart grid“-Projekt offiziell abgeschlossen.

Nach den theoretischen Analysen zur Erprobung eines intelligenten Netzes der Zukunft haben wir nun die laufende Praxisphase mit dem Stromnetztest erfolgreich abgeschlossen“, sagt Heinz-Werner Hölscher, Geschäftsführer der SWO Netz GmbH. Ziel dieser „Live-Erprobungen“ war es, die Netzbelastung nicht nur theoretisch zu errechnen, sondern konkret zu messen und zu analysieren. Aus diesen Ergebnissen lassen sich nun wiederum Rückschlüsse auf die künftigen Belastungen eines intelligenten Stromnetzes ziehen. Dabei war die entscheidende Fragestellung: Wie verhalten sich Spannung, Stromstärke und weitere wichtige Parameter von guter und hoher Versorgungsqualität, wenn neuartige Verbraucher in der Zukunft hinzukommen – wenn zum Beispiel immer mehr Menschen elektromobil mit Auto, Pedelec und E-Bike unterwegs sind und diese in der heimischen Garage laden?

Elektroautos kommen als „künftige Verbraucher“ hinzu

„Um das zu testen, haben wir den Anschluss solcher „smarten Verbraucher“ im Pilotgebiet simuliert“, erläutert Hölscher. Insbesondere zwei Zeiträume wurden von den Experten der Stadtwerke Osnabrück und der SWO Netz GmbH bei dem praktischen Stromnetztest unter die Lupe genommen: „Morgens haben wir in der Regel eine hohe Einspeisung durch Solaranlagen auf den Dächer des Pilotgebiets und einen vergleichsweise geringen Stromverbrauch durch die Anwohner – hier wollten wir schauen, ob die Leistung der Anlagen ausreicht, um die angeschlossenen E-Autos komplett zu laden“, erklärt Christian Drecksträter, „smart grid“-Projektleiter bei der SWO Netz GmbH. Abends kehrt sich das Verhältnis von Einspeisung und Verbrauch um und ergab damit den zweiten interessanten Testzeitraum, nämlich abends: Das ist klassisch die Zeit, wenn die Sonne nur noch schwach scheint, Fernseher eingeschaltet werden, das Abendessen gekocht wird und vielleicht noch nach Feierabend der Rasen gemäht wird. „In diesem Fall haben wir untersucht, ob das Stromnetz dazu ausgelegt ist, um im Spitzenlastfall noch entsprechende neuartige Verbraucher am Kabelende mit ausreichender Leistung zu versorgen“, führt Drecksträter aus.

Stromnetztest eindeutig bestanden

Morgens entsprach das Wetter nicht unbedingt den Prognosen, sehr bedeckt und damit kaum Stromeinspeisung durch die Solaranlagen. „Aber gerade das gehört auch dazu, wenn wir in Zukunft die Netze trotzdem zuverlässig steuern wollen“, erläutert der Projektleiter. Abends war das Wetter dann deutlich wohlwollender. Neben den drei Elektroautos der neuesten Generation, die von Partner zur Verfügung gestellt wurden, wurde abends dann auch der Elektrobus der Stadtwerke im Pilotgebiet an das Netz angeschlossen. Zwischen den beiden Testläufen hatten die  Anwohner der Alfred-Delp-Straße die Möglichkeit, die moderne Elektrofahrzeuge Probe zu fahren. „Das hatte für uns den Vorteil, dass die Elektroautos so entladen wurden und dann wieder für den zweiten Testlauf am Abend bereit waren“, so der Projektleiter. Die beim Netztest erhobenen Daten werden nun in den kommenden Wochen gemeinsam mit der Hochschule Osnabrück ausgewertet und dann den Anwohner des „smart grid“-Pilotgebietes vorgestellt. „Auch wenn die Auswertungen noch laufen, zwei erfreuliche Erkenntnisse haben wir schon jetzt: Das Netz war den Herausforderungen, die wir ihm im abgesicherten Rahmen durch den Test gestellt haben, absolut gewachsen“, so Drecksträter. „Und ohne die aktive Unterstützung und Beteiligung der Anwohner an diesem Tag und über den ganzen Zeitraum des Projektes hinweg wäre das alles sicherlich so nicht machbar gewesen. Dafür sind wir sehr dankbar und freuen uns auf die Abschlussveranstaltung gemeinsam mit den Anwohnern spätestens im Herbst, wo wir die Ergebnisse präsentieren werden“, betont Drecksträter.

Das „smart grid“-Pilotprojekt im Stadtteil Wüste

Im Herbst 2013 hatten die Stadtwerke das „smart grid“-Pilotprojekt gestartet und den Bereich im Stadtteil Wüste gezielt als Pilotgebiet ausgewählt. Die hier vorhandene Netzstruktur ist repräsentativ für Osnabrück und somit auf andere städtische Netze gut übertragbar. Insbesondere der hintere Teil der Alfred-Delp-Straße ist hier besonders interessant: Starke Häufung von Solaranlagen und eine Mischung aus Ein- und Mehrfamilienhäuser. In den vorangegangen Phasen des „smart grid“-Pilotprojekts wurde die notwendige Messtechnik installiert sowie umfangreiche Bestandsmessungen durchgeführt. Außerdem wurden zwei Ladesäulen am Ende des „langes Kabels“ installiert. Darauf folgte der erste praktische Test mit der tatkräftigen Unterstützung der Anwohner der Alfred-Delp-Straße. Über einen Zeitraum von zwei Wochen standen den Anwohnern zwei Elektroautos zur Verfügung, die sie nach Lust und Laune nutzen konnten. Nun wurde die laufende Praxisphase mit dem Stromnetztest abgeschlossen.

(v.l.) Heinz-Werner Hölscher und Christian Drecksträter von der SWO Netz GmbH freuen sich gemeinsam mit Ingo Hannemann, Technischer Leiter der Stadtwerke Osnabrück, über den guten Verlauf des Stromnetztests.

Zweiter Testlauf in den Abendstunden: Elektroautos und ein Stadtwerke-Elektrobus werden als „neuartige Verbraucher“ an das Stromnetz angeschlossen.

os1.tv: News - Stadtwerke - Belastungstest für das Stromnetz (Anklicken zum Starten)

Video: Smart Grid - Was verbirgt sich dahinter und wie funktioniert sie? (Anklicken zum Starten)