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Gasumstellung: Auch Osnabrück legt den Hebel um

H- statt L-Gas: Ab 2019 neue Erdgassorte in Osnabrück

Der gesamte Nordwesten Deutschlands ändert die Erdgassorte: Aus dem immer knapper werdenden L-Gas (steht für „low“ und hat einen niedrigeren Energiegehalt) wird bis zum Jahr 2030 das zukunftssichere H-Gas (steht für „high“ = energiereicher). Auch Osnabrück legt den Hebel um – in 2019 heißt es dann „Hi, Gas“.

„Die Umstellung von L- auf H-Gas ist eine der umfangreichsten Infrastrukturmaßnahmen in Deutschland der vergangenen Jahrzehnte“, beschreibt Manfred Hülsmann, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Osnabrück, den Umfang der Maßnahme. Grund für die Umstellung seien die rückläufigen L-Gasvorkommen in den Niederlanden und in Deutschland.

„Da rund 25 Prozent des Bundesgebietes aufgrund der räumlichen Nähe zu den Niederlanden mit L-Gas versorgt wird, ist die Umstellung zwingend erforderlich“, betont Hülsmann.

Durch die Umstellung auf H-Gas, das vornehmlich aus Norwegen und Russland importiert wird, sei eine verlässliche Gasversorgung auch zukünftig garantiert.

Netzbetreiber für Gasumstellung verantwortlich

2015 hat die Umstellung in den ersten kleineren Pilotgebieten begonnen, 2017 wird als erstes Netzgebiet in der Region die Gemeinde Hilter umgestellt.

„Verantwortlich für die Umstellung ist der jeweilige Netzbetreiber“, erläutert Heinz-Werner Hölscher, Geschäftsführer der SWO Netz GmbH. Die SWO Netz GmbH ist als 100-prozentige Tochter der Stadtwerke Osnabrück für den Betrieb der Strom-, Gas- und Wassernetze im Osnabrücker Stadtgebiet zuständig.

„Und somit auch für die Gasumstellung in Osnabrück verantwortlich.“ Allerdings kann der Netzbetreiber den Zeitpunkt der Umstellung nicht frei wählen. „Der Termin wird vorgegeben vom sogenannten Fernleitungsnetzbetreiber – also dem Betreiber der ‚Gas-Autobahnen‘“, so Hölscher weiter. Osnabrück ist als eine der ersten größeren Städte in 2019 an der Reihe.

Anpassung aller Gasgeräte erforderlich

Die eigentliche Gasumstellung erfordert im Vorfeld verschiedene Arbeiten im Gasverteilnetz wie z.B. den Einbau von notwendigen Trennschiebern. „Eine wesentlich größere und insbesondere logistische Herausforderung ist die erforderliche Anpassung aller Gasgeräte in Osnabrück“, erläutert Andreas Müller, bei der SWO Netz GmbH zuständiger Projektleiter für die Erdgasumstellung. Müller geht von rund 65.000 Gasgeräten in Osnabrück aus – von der Gastherme über den Gasherd bis hin zu gasbetriebenen Industrieanlagen.

„Und sämtliche Geräte müssen genauestens erfasst und anschließend individuell auf die H-Gasverwendung eingestellt werden – im Regelfall durch einen Austausch der Gasdüsen“. Durchgeführt werden sowohl die Geräteerhebung als auch die -anpassung von eigens dafür zertifizierten Serviceunternehmen.

„Die Monteure werden sich gesondert ausweisen können“, betont Müller. „Hierfür stehen wir in engem Kontakt zur Polizei, um Trickbetrügern keine Chance zu geben.“

Geräteanpassung im Regelfall kostenlos

Die Geräteerhebung wird Anfang 2017 beginnen, die Anpassung folgt in 2019. „Sämtliche Arbeiten sind für die Osnabrücker mit Gasgerät im Regelfall kostenlos“, betont Stadtwerke-Chef Manfred Hülsmann. Alle anfallenden Kosten werden zunächst vom jeweiligen Netzbetreiber übernommen, gesammelt und anschließend über die Netzentgelte auf alle Verbraucher umgelegt.

„Das Erdgas wird auch nicht teurer“, so Hülsmann weiter. „Zwar verringert sich die verbrauchte Kubikmetermenge, dafür ist der Brennwert höher – unterm Strich bleibt der Verbrauch in Kilowattstunden somit gleich.“

Lediglich eine sehr kleine Zahl von Altgeräten kann unter Umständen nicht umgestellt werden. Diese müssen dann ausgetauscht werden. In diesen Fällen informiert die SWO Netz GmbH. „Für diese Fälle finden wir sicherlich eine Lösung“, betont der Stadtwerke-Vorstand.

Umfassende Kommunikationskampagne

Die SWO Netz GmbH als verantwortlicher Netzbetreiber startet parallel eine umfassende Kommunikationskampagne zur Erdgasumstellung. „Auf www.swo-netz.de/gasumstellung haben wir ein Webportal entwickelt, u.a. mit einem ‚Fragen & Antworten‘-Katalog und jeder Menge weiterer Informationen“, ergänzt Heinz-Werner Hölscher. Das verwendete Leitmotiv „Hi, Gas“, werde sich wie ein roter Faden durch die weitere Kommunikation, z.B. in Flyern und Kundenanschreiben ziehen. „Unser gemeinsames Ziel ist es, die Erdgasumstellung bei aller Komplexität zur Zufriedenheit aller Beteiligten durchzuführen – und die Erdgasversorgung in Osnabrück zukunftssicher zu machen.“

(v.r.) Manfred Hülsmann, Stadtwerke-Chef, Andreas Müller, Projektleiter, und Heinz-Werner Hölscher, Geschäftsführer der SWO Netz GmbH, haben gemeinsam den Startschuss für die Umstellung auf High-Gas in Osnabrück gegeben.