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E-Stellplätze für "smart grid"-Pilotprojekt

Stadtwerke und SWO-Netz bereiten Anwohnerbeteiligung im Stadtteil Wüste vor

Die Stadtwerke Osnabrück treiben ihr „smart grid“-Pilotprojekt im Stadtteil Wüste voran. Anfang kommender Woche werden in der Alfred-Delp-Straße zwei neue Stellplätze für Elektrofahrzeuge inklusive Ladesäulen eingerichtet. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen dann die Anwohner aktiv in das Projekt zur Erprobung eines intelligenten Stromnetzes eingebunden werden.

„Wir gehen in die nächste Projektphase“, sagt Christian Drecksträter, Projektleiter der SWO Netz GmbH, der für den Netzbetrieb zuständigen Stadtwerke-Tochtergesellschaft. In den vergangenen Monaten hatte das Projektteam in dem 60.000 m2 großen Kerngebiet die notwendige Messtechnik installiert sowie umfangreiche Bestandsmessungen durchgeführt. „Wir haben jetzt die für uns relevanten Messdaten im Pilotgebiet zusammengetragen“, erläutert Drecksträter. „Damit haben wir die Grundvoraussetzungen geschaffen, um sozusagen ‚live‘ und gemeinsam mit den Anwohnern neue Technologien und Szenarien zu testen.“

Anwohner werden Projektbeteiligte

Ein angedachtes Szenario soll das zeitgleiche Laden und Entladen von Elektrofahrzeugen sein. „Genau dafür richten wir in enger Abstimmung mit der Stadt Osnabrück die beiden zusätzlichen E-Stellplätze inklusive Ladestation in der Alfred-Delp-Straße ein“, so der SWO Netz-Projektleiter weiter. „Parallel erarbeiten wir ein Konzept, in welchem Umfang wir den Anwohnern E-Autos zur Verfügung stellen und sie so zu Projektbeteiligten machen können.“ Ziel dieser „Live-Erprobungen“ sei es, die Netzbelastung nicht nur theoretisch zu simulieren, sondern konkret zu messen und zu analysieren. Aus diesen Ergebnissen ließen sich wiederum Rückschlüsse auf die künftigen Belastungen eines intelligenten Stromnetzes ziehen.

Erste Straßenlaterne mit Ladesteckdose

Im Rahmen ihres „smart grid“-Projektes werden die Stadtwerke und die SWO Netz GmbH auch neue Technologien anwenden. So will das Projektteam erstmals in Osnabrück eine neuartige Straßenlaterne mit eingebauter Steckdose aufstellen, an der E-Fahrzeuge Strom tanken können. Hintergrund ist eine Kooperation des Startup-Unternehmens „ubitricity“ mit „smartlab“, der Innovationsgesellschaft der drei Stadtwerke Aachen, Duisburg und Osnabrück. Beide Gesellschaften wollen beim Ausbau der flächendeckenden Ladeinfrastruktur enger zusammenarbeiten. „Mit der Integration dieser Technologie in unser ‚smart grid‘-Projekt, können wir weitere mögliche und künftige Einwirkungen auf unsere Netze schon jetzt testen“, erläutert Drecksträter. Der Experte dämpft gleichzeitig aber die Erwartung an die zukünftige Nutzung vorhandener Anlagen als „Stromzapfsäule“. „Bestehende Straßenbeleuchtungssysteme können in der Regel nicht einfach so zum ‚Stromtanken‘ umgerüstet werden. Uns geht es vielmehr darum, frühzeitig belastbare Erfahrungswerte bei dieser neuen Technologie zu sammeln.“

Online-Umfrage der Hochschule gestartet

Vor gut einem Jahr hatten die Stadtwerke das „smart grid“-Pilotprojekt gestartet und den Bereich im Stadtteil Wüste gezielt als Pilotgebiet ausgewählt. „Die hier vorhandene Netzstruktur ist repräsentativ für Osnabrück und somit auf andere städtische Netze gut übertragbar“, erläutert Drecksträter. Das Projekt ist zudem eingebunden in ein begleitendes „CityGrid“-Forschungsprojekt der Hochschule Osnabrück. Hier erforscht die Hochschule den Aufbau eines intelligenten Energienetzes unter Einbindung eines Energiemanagementsystems sowie dem Einsatz steuerbarer Verbrauchsgeräte. Anfang Juli hatte Hochschule dazu eine zweimonatige Online-Umfrage gestartet, in dem die Stromkunden ihre Bereitschaft und ihre Wünsche zu neuen Energielösungen äußern können und so Teil des Forschungsprojektes werden. Die Antworten fließen anonym und direkt in das Forschungsprojekt ein.

Das "smart grid"-Pilotprojekt der Stadtwerke und der SWO Netz GmbH im Stadtteil Wüste geht in die nächste Phase.